Ein Unterstand für Motorräder unterscheidet sich von einem Fahrradunterstand vor allem durch größere Abmessungen, höhere Lastanforderungen und robustere Befestigungssysteme. Motorräder sind schwerer, breiter und benötigen mehr Stellfläche als Fahrräder, weshalb die Konstruktion des Unterstands grundlegend anders ausgelegt sein muss. Die folgenden Fragen beleuchten die wichtigsten technischen und planerischen Unterschiede im Detail.
Welche Maße braucht ein Unterstand für Motorräder?
Ein Unterstand für Motorräder benötigt deutlich mehr Fläche als ein klassischer Unterstand für Fahrräder. Pro Motorradstellplatz sollte eine Breite von mindestens 1,00 bis 1,20 Metern eingeplant werden, während ein Fahrrad mit rund 0,60 Metern auskommt. Die Tiefe des Überdachungsbereichs muss mindestens 2,50 Meter betragen, um ein Motorrad vollständig zu schützen.
Die Gesamthöhe des Unterstands ist ebenfalls relevant: Motorräder mit hohem Lenker oder Windschutzscheibe erreichen teilweise eine Höhe von über 1,40 Metern. Eine lichte Höhe von mindestens 2,20 Metern gilt als praxistauglicher Richtwert, damit auch das Auf- und Absitzen problemlos möglich ist und Helme bequem abgelegt werden können.
Bei der Planung von Gruppenstellplätzen für mehrere Motorräder ist zu beachten, dass ausreichend Rangierraum vor der Überdachung eingeplant wird. Motorräder werden häufig rückwärts eingeparkt, was eine freie Tiefe von mindestens einem weiteren Meter vor der Überdachungskante erfordert. Wer diese Maße unterschätzt, schafft eine Anlage, die im Alltag kaum genutzt wird.
Welche Lastanforderungen gelten für Motorradüberdachungen?
Motorradüberdachungen müssen höhere statische und dynamische Lasten aufnehmen als vergleichbare Fahrradunterstände. Das liegt nicht daran, dass Motorräder auf dem Dach stehen, sondern daran, dass die Konstruktion größere Dachflächen überspannt, die entsprechend mehr Schnee- und Windlasten aufnehmen müssen. Maßgeblich sind die Vorgaben der DIN EN 1991 (Eurocode 1) für Schnee- und Windlasten.
Da Motorradstellplätze häufig größere zusammenhängende Dachflächen erfordern, steigen die Anforderungen an die tragende Struktur überproportional. Folgende Lastarten sind bei der Planung zu berücksichtigen:
- Schneelast: Abhängig von der geografischen Schneelastzone und der Dachneigung; für flache oder leicht geneigte Dächer sind Auflasten von bis zu 1,5 kN/m² und mehr möglich
- Windlast: Besonders bei freistehenden Überdachungen ohne schützende Bebauung relevant; Windsogkräfte wirken auf die gesamte Dachfläche
- Eigenlast der Konstruktion: Stahl- oder Verbundkonstruktionen bringen mehr Eigengewicht mit, das die Fundamente und Verankerungen aufnehmen müssen
Ein Fahrradunterstand mit kleinerer Dachfläche und leichterer Konstruktion kommt in vielen Fällen mit geringeren Querschnitten und einfacheren Fundamenten aus. Bei Motorradüberdachungen ist eine statische Berechnung durch einen Fachplaner in der Regel unerlässlich.
Wie unterscheiden sich die Befestigungssysteme für Motorräder und Fahrräder?
Der wesentliche Unterschied bei den Befestigungssystemen liegt im Sicherungskonzept: Fahrräder werden über Anlehnbügel oder integrierte Reifenhalter gesichert, während Motorräder in der Regel über Bodenschienen, Reifenklammern oder separate Anschlussmöglichkeiten für Schlösser fixiert werden. Eine einfache Anlehnmöglichkeit reicht für Motorräder nicht aus.
Für Motorräder haben sich folgende Befestigungslösungen in der Praxis bewährt:
- Bodenmontierte Schienen: Das Vorderrad wird in einer Schiene geführt und das Motorrad dadurch stabilisiert; besonders geeignet für Bereiche mit häufig wechselnden Nutzern
- Reifenklammern: Halten das Vorderrad in Position und verhindern ein Umfallen; einfach nachrüstbar
- Anschlagringe oder Ösen im Boden: Ermöglichen das Anschließen mit einem eigenen Schloss und erhöhen die Diebstahlsicherheit erheblich
Bei Fahrradunterständen stehen die Zugänglichkeit und die Möglichkeit, das Rahmendreieck zu sichern, im Vordergrund. Anlehnbügel in der richtigen Höhe und mit ausreichendem Abstand sind hier die Standardlösung. Der Abstand zwischen den Bügeln beträgt typischerweise 0,35 bis 0,40 Meter, während bei Motorradstellplätzen deutlich mehr Platz zwischen den einzelnen Einheiten notwendig ist.
Welche Materialien eignen sich besonders für Motorradunterstände?
Für Motorradunterstände eignen sich vor allem Stahl und feuerverzinkter Stahl, da diese Materialien die notwendige Tragfähigkeit bei schlanken Querschnitten bieten und langlebig sind. Im Vergleich zu leichteren Konstruktionen, wie sie für Fahrradunterstände ausreichend wären, sind bei Motorradüberdachungen robustere Profile und dickere Wandstärken erforderlich.
Stahl hat sich im Bereich gewerblicher und kommunaler Überdachungen aus mehreren Gründen als bevorzugtes Material etabliert:
- Hohe Tragfähigkeit: Stahl ermöglicht große Spannweiten ohne Zwischenstützen, was die Nutzfläche maximiert
- Korrosionsschutz durch Feuerverzinkung: Feuerverzinkter Stahl ist dauerhaft witterungsbeständig und wartungsarm
- Pulverbeschichtung: Ermöglicht individuelle Farbgestaltung und bietet zusätzlichen Schutz vor mechanischen Einwirkungen
- Reparierbarkeit: Beschädigte Bauteile lassen sich gezielt austauschen, ohne die gesamte Konstruktion ersetzen zu müssen
Für die Dacheindeckung kommen je nach Anforderung Polycarbonat, Stahltrapezblech oder Glaselemente infrage. Polycarbonat bietet Lichtdurchlässigkeit und ist leicht, während Stahltrapezblech besonders langlebig und pflegeleicht ist. Bei Motorradunterständen auf Betriebsgeländen wird häufig Stahltrapezblech bevorzugt, da es mechanischen Belastungen besser standhält.
Wann ist ein kombinierter Zweiradunterstand sinnvoll?
Ein kombinierter Zweiradunterstand, der sowohl Motorräder als auch Fahrräder aufnimmt, ist sinnvoll, wenn der verfügbare Platz begrenzt ist und beide Fahrzeugtypen in nennenswerter Zahl abgestellt werden sollen. Besonders an Betriebsstandorten, Bahnhöfen oder größeren Einrichtungen lässt sich durch eine gemeinsame Überdachung Fläche und Investitionsaufwand sparen.
Bei der Planung eines kombinierten Unterstands sind jedoch einige Punkte zu beachten:
- Zonentrennung: Motorräder und Fahrräder sollten räumlich voneinander getrennt werden, um gegenseitige Beschädigungen zu vermeiden
- Einheitliche Konstruktionshöhe: Die Überdachung muss auf die höheren Anforderungen des Motorradbereichs ausgelegt werden, was auch den Fahrradbereich mit einschließt
- Unterschiedliche Befestigungssysteme: Beide Zonen benötigen jeweils angepasste Halte- und Sicherungssysteme
- Zufahrtswege: Motorräder benötigen breitere Zufahrten, die bei der Gesamtplanung berücksichtigt werden müssen
Ein kombinierter Unterstand ist besonders dann wirtschaftlich, wenn sich die Nutzungszeiten beider Gruppen überschneiden und eine gemeinsame Infrastruktur dauerhaft ausgelastet ist. Wo hingegen klare Schwerpunkte bestehen, zum Beispiel ein reiner Betriebsparkplatz für Motorräder, ist eine dedizierte Lösung oft die bessere Wahl.
So unterstützt MABEG bei der Planung von Zweiradüberdachungen
MABEG entwickelt und fertigt maßgeschneiderte Überdachungslösungen für den Außenbereich, die auf die konkreten Anforderungen von Kommunen, Verkehrsbetrieben und Industriekunden abgestimmt sind. Als Gesamtdienstleister begleitet MABEG Projekte von der ersten Planung bis zur Montage und darüber hinaus. Das umfasst:
- Individuelle Dimensionierung der Überdachung entsprechend der Stellplatzanzahl und Fahrzeugtypen
- Fertigung in Stahl mit Feuerverzinkung und Pulverbeschichtung nach Kundenwunsch im eigenen Werk in Soest
- Normgerechte Ausführung gemäß den relevanten Eurocodes und DIN-Normen
- Kombinierbare Lösungen für Fahrräder und Motorräder auf einer gemeinsamen Anlage
- After-Sales-Service mit Ersatzteilversorgung und Wartung für einen dauerhaften Betrieb
Ob es sich um einen Unterstand für Fahrräder, eine Motorradüberdachung oder eine kombinierte Anlage handelt: Nehmen Sie Kontakt mit MABEG auf und lassen Sie sich unverbindlich beraten, welche Lösung für Ihren Standort am besten geeignet ist.
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